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Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine Behandlungsform, bei der spezielle Medikamente, die Zytostatika eingesetzt werden, die Krebszellen schädigen und damit zerstören können. Da Zytostatika systemisch, d.h. im ganzen Körper wirken, können damit insbesondere auch Absiedelungen von Tumoren (Metastasen) behandelt werden, die sich bereits vom Ursprungsort des Primärtumors entfernt haben.

Behandlungsdauer

Die Chemotherapie wird in Zyklen verabreicht, zwischen denen Pausen eingehalten werden, um die Nebenwirkungen der Chemotherapie abklingen zu lassen und um den körpereigenen Zellen Zeit zu geben, sich zu regenerieren. Die Anzahl der Behandlungszyklen hängt von der Art des Tumors ab und davon, wie gut er auf die Therapie anspricht. Normalerweise werden 4-6 Zyklen über einen Zeitraum von 3-6 Monaten verabreicht.

Wirkweise der Chemotherapie

Da die Wirkung von Chemotherapeutika darauf beruht, dass sie Zellen schädigen, werden sie auch zytotoxische Medikamente genannt. Die meisten Zytostatika wirken auf das Wachstum und die Teilung der Krebszellen. Zur Behandlung von Brustkrebs stehen verschiedene zytotoxische Substanzen zur Verfügung, die in unterschiedlichen Phasen der Zellteilung eingreifen. Man hat festgestellt, dass eine Kombination dieser unterschiedlich wirkenden Substanzen einen größeren wachstumshemmenden Effekt auf den Tumor hat, als wenn sie einzeln eingesetzt werden.

Häufig eingesetzte Chemotherapeutika

Die heute zur Verfügung stehenden und auch beim Brustkrebs eingesetzten Chemotherapeutika gehören meist einer dieser fünf Substanzklassen an:

  • Alkylanzien, wie das beim fortgeschrittenen Brustkrebs früher häufig eingesetzte Cyclophosphamid
  • Antimetaboliten, wie das bei verschiedenen Krebsarten genutzte 5-Fluorouracil (5-FU) oder das Methotrexat
  • Anthracycline, die bekanntesten Vertreter sind hier Doxorubicin und Epirubicin
  • Taxane, wie Paclitaxel oder Docetaxel
  • Vinca-Alkaloide, wie Vinorelbin

Diese Substanzklassen unterscheiden sich in ihrem Wirkmechanismus, haben jedoch alle das Ziel, die Krebszelle zu schädigen.

5-FU

Seit der Zulassung von 5-Fluorouracil in den späten 50er Jahren ist es eines der meist verwendeten Chemotherapeutika in der Krebsbehandlung. 5-FU trägt dazu bei, die Entstehung neuer DNA-Stränge zu stoppen und verhindert dadurch die Zellteilung. 5-FU wird als Infusion verabreicht.

Cyclophosphamid

Chyclophosphamid veranlasst Zellen zum Absterben, wenn sie sich teilen. Da Krebszellen sich unkontrolliert und häufiger als die meisten  gesunden Zellen teilen, werden sie eher durch die zytotoxische Substanz zerstört. Cyclophosphamid kann sowohl als Tablette als auch als Spritze verabreicht werden.

Methotrexat

Methotrexat verhindert in den Zellen die Bildung von Eiweißen, die zur Bildung neuer Zellinformationen (DNA-Stränge) notwendig sind. Es kann als Tablette oder als Infusion verabreicht werden.

Anthrazykline

Zu den Anthrazyklinen zählen insbesondere Epirubicin und Doxorubicin, welches auch Adriamycin genannt wird. Anthrazykline werden sowohl zur Behandlung solider Tumoren, als auch bei Leukämie und Lymphomen eingesetzt. Sie wirken indem sie sich in der DNA festsetzen, dadurch die Bildung neuer DNA verhindern und die Zellteilung verhindern. Anthrazykline werden als Infusion verabreicht.

Taxane

Taxane werden erst seit Mitte der 90er Jahre in der Krebsbehandlung verwendet. Diese Substanzen werden aus der Rinde der Eibe gewonnen und beeinträchtigen die Bildung von Zellstrukturen, die zur Zellteilung benötigt werden. Taxane werden als Infusion verabreicht. Zwei Substanzen werden beim Mammakarzinom eingesetzt: Paclitaxel und Docetaxel.

Kombinationen

Häufige Kombinationen dieser Zytostatika in verschiedener Dosierung in der Behandlung von Brustkrebs sind:

  • CMF (Cyclophosphamid, Methotrexat und 5-FU)
  • CAF (Cyclophosphamide, Adriamycin und 5-FU)
  • AC (Adriamycin und Cyclophosphamid)
  • EC (Epirubicin und Cyclophosphamid)
  • FEC (5-FU, Epirubicin, Cyclophosphamid)

Weitere Kombinationen, vor allem bei höherem Risiko mit den Taxanen, sind möglich, und auch die Standard-Kombinationen werden im Laufe der Zeit immer wieder angepasst, wenn neuere Studienergebnisse vorliegen, die eine bessere Wirksamkeit neuer Therapieschemata belegen können.

Nebenwirkungen

Die Chemotherapie beeinflusst alle sich teilenden Zellen im Körper. Besonders betroffen sind Zellen, die sich schneller teilen als andere. Nebenwirkungen treten deshalb überall dort auf, wo eine schnelle Zellteilung im gesunden Körper üblich ist. Dazu gehören beispielsweise die Zellen der Haarwurzeln und des blutbildenden Systems. Mögliche Nebenwirkungen der Chemotherapie sind Übelkeit, Durchfall, Haarausfall, die Schädigung von Schleimhäuten, Appetitlosigkeit und Müdigkeit, sowie eine Verringerung der Anzahl der Blutplättchen und weißen Blutkörperchen. Bei jüngeren Frauen führt die Chemotherapie häufig zum Ausbleiben der Regelblutung, da sie die heranreifenden Follikel in den Eierstöcken schädigt. Auch nach Beendigung der Chemotherapie findet dann meist sehr lange, bei manchem Frauen auch dauerhaft, keine Menstruation mehr statt. Daher kann es auch unter Chemotherapie bei Frauen zu Nebenwirkungen kommen, die typisch für einen Östrogenentzug sind.

Die meisten Nebenwirkungen treten unterschiedlich häufig auf. Nicht alle der oben genannten Substanzen weisen dieselben Nebenwirkungen auf. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, mit welchen spezifischen Nebenwirkungen Sie bei Ihrem speziellen Chemotherapieregime rechnen müssen, und wie Sie am besten damit umgehen können. In vielen Fällen kann durch die prophylaktische Einnahme von Medikamenten die Schwere der Nebenwirkungen verringert werden.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden nach Beendigung der Chemotherapie. Um gut mit der Therapie fertig zu werden, ist eine gesunde Lebensweise während der Behandlung wichtiger denn je. Ernähren Sie sich gesund, legen Sie regelmäßige Pausen ein und vermeiden Sie den Kontakt mit Personen, die unter Infektionskrankheiten leiden, da der Körper unter einer Chemotherapie meistens geschwächt und zunächst anfälliger für Krankheiten ist.

Maßnahmen zur gesunden Lebensweise, die Sie selber ergreifen können, um Ihre Krankheit besser zu bewältigen, finden Sie in unserem Kapitel Begleitende Maßnahmen

 

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(me)
azp-6275/09

Letzte Aktualisierung: 19.08.2009


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