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22.12.09

Gesundheitsrisiken durch Cannabis-Konsum

Cannabis, oft als Marihuana oder Haschisch geraucht, ist gar nicht so ungefährlich, wie viele glauben. Der regelmäßige Konsum kann schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Das berichten australische Forscher im renommierten Medizinjournal „Lancet“.

Bild: wikipedia.de

Der regelmäßige Gebrauch birgt hohe Gesundheitsrisiken, wie Wayne Hall und Louisa Degenhardt im „Lancet“ berichten. Die Wissenschaftler von der Queensland-Universität in Herston, Australien, fassen in ihrem Artikel die Erkenntnisse seit 1997 bezüglich der wahrscheinlichsten Nebenwirkungen durch Cannabis zusammen. Dabei unterscheiden sie zwischen den akuten und den chronischen Nebenwirkungen. Zu den akuten Gefahren gehören Angst- und Panikattacken bei Erstkonsumenten. Bei hohen Cannabisdosierungen können auch psychotische Symptome wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen auftreten. Diese Symptome können lebensgefährlich sein oder gar zum Tode führen, wenn beispielsweise ein Konsument im Rauschzustand Auto fährt und dabei einen Verkehrsunfall verursacht.
 
Zu den Gefahren, die bei regelmäßigem Gebrauch auftreten, gehört natürlich die Cannabis-Abhängigkeit. Einer von 10 Cannabis-Konsumenten wird süchtig. Cannabis-Raucher haben ein erhöhtes Risiko für chronische Bronchitis, eine Verschlechterung der Lungenfunktion und Herz-Kreislauferkrankungen. Häufiger Cannabiskonsum erhöht das Risiko für psychotische Symptome oder Psychosen. Besonders gefährdet sind dabei Personen, in deren Familiengeschichte bereits derartige Erkrankungen aufgetreten sind. Jugendliche, die regelmäßig Cannabis konsumieren, sacken häufig in der Schule ab und erreichen nicht ihren angestrebten Schulabschluss. Wird Cannabis länger als 10 Jahre täglich konsumiert, kann es schleichend eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses bewirken.

Cannabiskonsum steigt weltweit und in Deutschland an

Seit zwei Jahrzehnten gilt Cannabis als die von jungen Leuten am häufigsten genutzte illegale Droge in Industrieländern. Cannabis sativa – so lautet die lateinische Bezeichnung der Hanfpflanze. Mit „Marihuana“ werden ihre getrockneten harzhaltigen weiblichen Blütenstände und Blätter bezeichnet. Auch „Haschisch“ wird aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen, es stellt das Harz dar, das aus Pflanzenteilen zu Platten oder Blöcken gepresst wird. Weltweit und auch hierzulande ist Cannabis als illegales Rauschmittel bei jungen Menschen weiter auf dem Vormarsch. Von den verbotenen Substanzen ist Cannabis laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm die einzige Droge, deren Verbreitung über Jahrzehnte dauerhaft ansteigt und die heute als Jugend- und Alltagsdroge gewertet werden muss.

Quelle:

  • Wayne Hall, Louisa Degenhardt. Adverse health eff ects of non-medical cannabis use. The Lancet 2009; Vol 374: 1383-91

 

 

 

(sas/me)
azp-6840/09




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